Apr

1

  2004

Der Fliegerhorst VOGLER – Hörsching

By tigerstaffel

Heer aktiv! 1/04, von Manfred Lichtenwinkler

 

 

Am 13. Mai 1938 wurde vom Oberbefehlshaber der Deutschen Luftwaffe im Gemeindegebiet Hörsching der Spatenstich „zum Bau einer Kampffliegerschule in einer Heidelandschaft“ vorgenommen.

Ab Anfang 1940 erfolgte die Belegung des noch in Bau befindlichen Fliegerhorstes mit der Groß-Kampffliegerschule 2. Es standen zirka 1000 Mann fliegendes Personal, davon etwa 250 Flugzeugführer in Ausbildung. Insgesamt sollen rund 3000 Luftwaffesoldaten auf dem Fliegerhorst stationiert gewesen sein.

Ursprünglich wurde der Fliegerhorst für eine Kampffliegerschule errichtet, doch die militärische Entwicklung des 2. Weltkrieges brachte es mit sich, dass Hörsching auch Einsatzflugplatz wurde. Durch die Verschärfung des Luftkrieges über dem Reichsgebiet gegen Ende des Krieges kamen deutsche Jagdverbände vom Fliegerhorst Hörsching aus gegen alliierte Bomberverbände zum Einsatz.

In den ersten Maitagen 1945 starteten zum letzten Mal deutsche Düsenjagdflugzeuge vom Fliegerhorst Hörsching zur Erdkampfunterstützung.

Am 5. Mai 1945 erreichte die Spitze der 65. US-Infanteriedivision gegen 1400 Uhr Hörsching und besetzte den von den deutschen Luftwaffesoldaten bereits geräumten Fliegerhorst. Er wurde von den Amerikanern „Camp McCauley“ genannt und diente nur zu Beginn der Besatzungszeit Bomber- und Jagdverbänden der US-Air Force als Flugplatz. In erster Linie wurde der Fliegerhorst als Kaserne für unterschiedlichste Einheiten und Verbände der US-Army verwendet.

Bereits Mitte August 1955 wurde Kaderpersonal der verschiedensten Einheiten der „B-Gendarmerie“ zur Fahrausbildung und in weiterer Folge zur Bildung einer Panzer- und Mot-Schule in Hörsching zusammengezogen. Die Vorstellung der neuen Heeresführung war, am Fliegerhorst eine zentrale Panzer- und Mot-Ausbildungsstätte für das im Aufbau befindliche österreichische Bundesheer zu schaffen.

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Erst am 16. August 1956 traf ein Vorkommando der Fliegertruppe am Fliegerhorst ein, um die Bodenorganisation für einen militärischen Flugbetrieb vorzubereiten. Zu dieser Zeit war die zivile Flughafen-Betriebs-Ges.m.b.H. bereits in einer Halle des Fliegerhorstes einquartiert.

Am 15. Oktober 1956 rückten dann die ersten Grundwehrdiener in den Fliegerhorst Hörsching ein und gegen Ende des Jahres 1957 trafen auch die ersten Militärflugzeuge vom Typ Jakowlew Jak-11 und Militärhubschrauber des Typs Bell 47 G2 in Hörsching ein, und es allmählich mit dem Flugbetrieb begonnen.

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Mit der Bildung der 1. Hubschrauberstaffel am 1. Juni 1958 befand sich die erste Einsatzstaffel der jungen Luftstreitkräfte am Fliegerhorst Hörsching. Nach Fertigstellung der neuen, verlängerten Start- und Landebahn im Jahre 1962 verlegte die Jagdbomberstaffel mit ihren SAAB J 29 „Fliegende Tonne“ von Zwölfaxing auf den Fliegerhorst.

Nach Fertigstellung des neuen Kontrollturms an der Ostseite des Hangars 3 für den Zivilflughafen im Sommer 1964 wurde dieser von den zivilen und militärischen Flugabfertigungs-, Flugkontrolldiensten sowie dem militärischen Flugwetterdienst bezogen und in Betrieb genommen. Bis 1982 kontrollierten zivile und militärische Fluglotsen von hier aus gemeinsam den gesamten Flugverkehr des Hörschinger Flugplatzes.

Am 25. Mai 1967 wurde der Fliegerhorst Hörsching zur Erinnerung an Oberleutn ant Walter Vogler in Fliegerhorst Vogler umbenannt. Oberleutnant Vogler verhinderte am 15. Juni 1935 unter bewusster Selbstaufopferung den Absturz des von ihm gesteuerten brennenden Bombenflugzeuges in das Stadtgebiet von Wels und ermöglichte zwei Besatzungsmitgliedern den Absprung mit dem Fallschirm.

Heute ist als größter Verband das Fliegerregiment 3 mit zwei Hubschrauberstaffeln (Agusta Bell 212), einer Düsenstaffel (SAAB 105), einer Lufttransportstaffel (C-130 Hercules) und Einheiten, welche für die administrative, versorgungsmäßige und flugbetriebliche Führung erforderlich sind, auf dem Fliegerhorst stationiert. Darüber hinaus ist der Fliegerhorst Sitz des Militärkommandos für Oberösterreich sowie zahlreicher anderer Einheiten und Dienststellen.

International ist der Fliegerhorst als Flughafen Linz-Hörsching – Blue Danube Airport – bekannt und hat in den vergangenen Jahren eine stürmische Aufwärtsentwicklung im Bereich des Passagier- und Frachtaufkommens erlebt.

Ab dem Jahr 2003 begann hier auch die Stationierung der 3 Großraumtransportmaschinen der Type C-130 Hercules, wobei zwei Maschinen noch 2003 ihren Zulauf fanden und die Dritte im Februar 2004 nach LOXL kam.

 

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