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  2004

Erfolgreiche Ausbildung der Eurofighter-Fluglehrer

By tigerstaffel

München, 26. Februar 2004 – Der zweite Kurs zukünftiger Eurofighter- Fluglehrer der deutschen Luftwaffe beendet voraussichtlich in Kürze seine Ausbildung bei EADS Militärflugzeuge und der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 61 in Manching.

Insgesamt werden in drei Kursen zunächst zehn Piloten der Luftwaffe auf Eurofighter ausgebildet (SIPT/ Service Instructor Pilot Training). Ihre weitere Ausbildung zu Fluglehrern für zukünftige Lw-Eurofighter-Piloten wird durch die Luftwaffe selbst durchgeführt.

Die SIPT Ausbildung umfasst theoretischen Unterricht, Schulung an Funktionsmodellen, Training in den unterschiedlichen Flugsimulatoren und aktive Flugstunden im Eurofighter.

 

„Wir werden von den Ingenieuren und Piloten der EADS in das neue Flugzeug sehr gut eingewiesen“, schätzt Major Ralf Brandis, Teilnehmer im dritten Ausbildungskurs, den Beitrag des Herstellers zum Trainingsprogramm der Fluglehrer. „Wir erhalten umfassende Antwort auf jede unserer Fragen.“

 

Die Lehrgangsteilnehmer sind alle erfahrene Piloten auf den Flugzeugmustern F-4F Phantom und Tornado. Sie verfügen allesamt über umfangreiche Flugerfahrung – meist auch auf einsitzigen Maschinen (F-18, F-16 und MiG-29). Sie wurden vor ihrer Umschulung auf Eurofighter von der Luftwaffe als Fluglehrer eingesetzt.

Das moderne fliegende Waffensystem Eurofighter jedoch stellt im Vergleich zu den bisherigen Flugzeugmustern ein erweitertes Anforderungsprofil dar. Das spiegelt sich in den Schwerpunkten der Ausbildung wider.

 

„Der Eurofighter ist als fliegendes Kampf­managementsystem zu verstehen. Dem Piloten werden viel mehr taktisch/operationelle Informationen als in den bisherigen Flugzeugtypen zur Verfügung gestellt. Die Signale der an Bord befindlichen Sensoren wie Radar, Infrarot und Elektronisches Selbstschutzsystem werden vernetzt, automatisch aufbereitet und im Verbund mit Lagemeldungen anderer fliegender oder bodengestützter Waffensysteme sinnvoll zusammengestellt. Die Nutzung eines derart komplexen und in dieser Art bislang einmaligen Systems verlangt höchste Konzentration. Der Eurofighter unterstützt den Piloten hierbei, indem das Flugzeug das eigentliche Fliegen durch Automatisierung und eine optimale Mensch-Maschine-Schnittstelle, etwa die Eingabe bestimmter Befehle per Sprachsteuerung, erleichtert“, beschreibt Oberstleutnant Bernhard Tantarn – Mitglied der Typenbegleitmannschaft und einer der ersten Teilnehmer am SIPT – die Unterschiede.

Die theoretische Einweisung in die Technik des Eurofighters durch Ingenieure der EADS beansprucht nach den Ausbildungsplänen mehr Raum und gestaltet sich intensiver als in Ausbildungen für herkömmliche Flugzeugmuster.

 

„Neben dem Erlernen der für den Eurofighter spezifisch notwendigen fliegerischen Fähigkeiten, was nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist, geht es für die Piloten daher darum, das System in seiner Gesamtheit beherrschen zu lernen“, beschreibt Uwe Winter, im Bereich Training von EADS Militärflugzeuge verantwortlich für die Koordination der fliegerischen Eurofighter-Ausbildung, das Trainings-Konzept. „So müssen auch die komplexen Flugzeugsysteme wie zum Beispiel Waffensystem, Avionik, Kommunikation und Daten-Link hinsichtlich Bedienung und Informationsverarbeitung beherrscht werden, um den Eurofighter effektiv einsetzen zu können.“

 

Haben die zukünftigen Eurofighter-Piloten das SIPT abgeschlossen, werden sie zunächst die Truppenerprobung des Eurofighter in Manching bzw. beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage fortsetzen. Dabei geht es um luftwaffen-spezifische Praxistests. Zudem werden die Ausbildungspläne für die Schulung der zukünftigen Piloten auf diesem Flugzeugmuster detailliert festgeschrieben und verifiziert.

Für diese Ausbildung, die bei den künftigen Eurofighter-Verbänden der Luftwaffen durchgeführt wird, steht dann auch das von den Eurofighter-Partnerfirmen und den führenden europäischen Simulatorherstellern gemeinsam angebotene Aircrew Synthetic Training Aids (ASTA) zur Verfügung.

Unter der Bezeichnung ASTA sind alle Ausbildungsmittel zusammengefasst und integriert, welche die komplexe Ausbildung für den Eurofighter ermöglichen sollen. Sie umfassen Ausbildungslehrsäle, Computerarbeitsplätze zum Selbststudium und Cockpit-Trainer sowie komplette Dom-Simulatoren für virtuelles Missionstraining. Die Einzelkomponenten wie die Missionssimulatoren sind dabei mit den interaktiven Cockpit-Trainern per Datenleitung verbunden.

 

Über EADS:

Die EADS ist das zweitgrößte Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt mit einem Umsatz von € 29,9 Milliarden im Jahr 2002 und über 100.000 Mitarbeitern. Sie gehört in fast allen Ihren Sparten zu den Marktführern. Als Systemintegrator ist die EADS weltweit eines der wenigen Unternehmen mit der Fähigkeit, unterschiedliche Produkte und Technologien zu Gesamtsystemen zusammen zu führen und auch die dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter, und das Joint-Venture MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperproduzent der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika, Russland und Asien.

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